Verreisen ist natürlich
Heutzutage ist Reisen eine Selbstverständlichkeit für Alle geworden, zumindest in den Industrieländern der westlichen Welt. Kaum jemand kann sich noch vorstellen, wie es gewesen sein mag, als es noch keine Autos, keine Eisenbahnen und schon gar keine Flugzeuge gab. Man reiste, wenn überhaupt, zu Fuß oder, wenn man entsprechend wohlhabend war, mit der Kutsche, manchmal auch zu Pferd. Doch wer reiste überhaupt vor 150 Jahren? Reisen zum Vergnügen gab es noch nicht. Wenn gereist wurde, dann aus einer Notwendigkeit heraus. Das Reisen zu der damaligen Zeit wäre auch, selbst wenn jemand auf die Idee gekommen wäre, ohne zwingenden Grund zu reisen, kein Vergnügen gewesen. Man muss sich nur mal vorstellen, wie lange es dauerte, zum Beispiel von Hamburg nach München mit einer Kutsche zu fahren. Eine Tagesetappe waren im Schnitt ungefähr 30 Kilometer. Um eine Strecke von über 600 Kilometern zu bewältigen, wäre man also 20 Tage unterwegs gewesen, in einer engen, schlecht gefederten Kutsche auf holprigen Wegen, die mit unseren heutigen Straßen nichts gemein hatten. Wer keine Kutsche sein Eigen nannte, der musste zu Fuß gehen. Es ist vorstellbar, dass unter solchen Umständen keine große Mobilität herrschte.
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